Öffentliche Ausschreibungen in der Gebäudereinigung: Lohnt sich das?
Öffentliche Ausschreibungen können sich für Gebäudereinigungen lohnen: Die Aufträge sind oft groß, laufen mehrere Jahre und der Auftraggeber zahlt verlässlich. Dafür ist der Aufwand für die Unterlagen hoch, die Konkurrenz groß und der Preis hat meist großes Gewicht. Gewinnen können vor allem Betriebe, die genug Personal haben, um ein großes Objekt kurzfristig zu besetzen.
Für viele mittelständische Gebäudereinigungen ist eine Mischung sinnvoll: gezielt an passenden Ausschreibungen teilnehmen, das Wachstum aber vor allem über private und gewerbliche Auftraggeber planen, bei denen Qualität und Verlässlichkeit stärker zählen.
1. Warum Ausschreibungen für Gebäudereinigungen interessant sind
Schulen, Verwaltungsgebäude, Kitas und Krankenhäuser müssen gereinigt werden, Jahr für Jahr. Öffentliche Auftraggeber vergeben diese Leistungen in der Regel über Ausschreibungen. Für eine Gebäudereinigung bedeutet ein Zuschlag oft einen großen Auftrag mit langer Laufzeit und sicherer Zahlung.
Das macht Ausschreibungen attraktiv, gerade in Phasen, in denen private Anfragen schwanken. Die Kehrseite: Viele Betriebe sehen das genauso, und entsprechend groß ist der Wettbewerb.
2. Wo Sie Ausschreibungen finden
Die wichtigsten Quellen:
- oeffentlichevergabe.de: Bekanntmachungsservice, der Ausschreibungen von Bund, Ländern und Kommunen bündelt
- evergabe-online.de: Vergabeplattform des Bundes, kostenlose Registrierung
- TED: das Amtsblatt der EU für europaweite Ausschreibungen
- kommerzielle Suchdienste, die Ausschreibungen nach Branche und Region filtern
Für Dienstleistungen gilt seit 2026 ein EU-Schwellenwert von 216.000 € netto (für die meisten öffentlichen Auftraggeber). Darüber wird europaweit ausgeschrieben, darunter nach nationalen Regeln.
3. Wie der Zuschlag entschieden wird
Den Zuschlag bekommt nach § 127 GWB das wirtschaftlichste Angebot, also das mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Welche Kriterien zählen und wie sie gewichtet werden, muss in den Vergabeunterlagen stehen. Lesen Sie diesen Teil zuerst: Er zeigt, ob Qualität eine echte Chance hat oder ob am Ende fast nur der Preis entscheidet.
Der Bundesinnungsverband empfiehlt öffentlichen Auftraggebern eine ausgewogene Kombination aus Preis und Qualität. In der Praxis hat der Preis aber oft großes Gewicht. Wer nur mit dem niedrigsten Preis gewinnen kann, gewinnt einen Auftrag mit dünner Marge.
4. Was Sie für die Teilnahme brauchen
Rechnen Sie mit diesen Bausteinen:
- vollständige Eignungsnachweise, etwa Referenzen, Umsatz und Versicherungen
- ein Angebot exakt nach Leistungsverzeichnis, ohne eigene Abweichungen
- bei Qualitätskriterien ein Konzept zu Personal, Einarbeitung und Kontrolle
- fristgerechte Abgabe, meist elektronisch über die Vergabeplattform
Und das Wichtigste: genug Personal, um das Objekt zum Starttermin zu besetzen. Ein gewonnener Auftrag ohne Leute ist schlimmer als ein verlorener. Wie Sie dafür planbar Mitarbeitende gewinnen, zeigt die Seite zur Mitarbeitergewinnung für Gebäudereinigungen.
5. Wann sich Ausschreibungen lohnen und wann nicht
Ausschreibungen lohnen sich, wenn Sie Referenzen in vergleichbaren Objekten haben, die Kriterien Qualität deutlich gewichten und Sie Personal kurzfristig aufbauen können. Sie lohnen sich weniger, wenn fast nur der Preis zählt oder der Aufwand für die Unterlagen in keinem Verhältnis zur Gewinnchance steht.
Viele Betriebe fahren besser, wenn sie ihr Wachstum vor allem über private und gewerbliche Auftraggeber planen: Hausverwaltungen, Büros, Praxen, Gewerbeobjekte. Dort entscheiden Vertrauen, Auftritt und Erreichbarkeit stärker als im Vergabeverfahren. Mehr dazu auf der Seite zur Kundengewinnung für Gebäudereinigungen und im Artikel Wie gewinnt man Hausverwaltungen als Kunden?
6. Typische Fehler bei öffentlichen Ausschreibungen
- an jeder Ausschreibung teilnehmen statt gezielt auszuwählen
- Zuschlagskriterien erst am Ende lesen
- fehlende Nachweise, die zum Ausschluss führen
- Preis so knapp kalkuliert, dass der Auftrag Geld kostet
- Zuschlag bekommen, aber kein Personal für den Start
- die eigene Kundengewinnung vernachlässigen, solange Ausschreibungen laufen
Aus der Praxis: Reinecke Gebäudeservice, Freiburg
Reinecke Gebäudeservice gewinnt neue Objekte mit uns über Website und Online-Auftritt, also direkt bei privaten und gewerblichen Auftraggebern. Über 100 Anfragen sind so eingegangen, dazu kommen drei bis vier neue Objekte pro Monat.
„Unsere Webseite und der komplette Online Auftritt ist auf einem ganz anderen Niveau.“ — Timo Reinecke, Inhaber Reinecke Gebäudeservice
Fazit
Öffentliche Ausschreibungen sind für Gebäudereinigungen eine Chance, aber kein planbarer Wachstumsweg. Die Hebel:
- nur passende Ausschreibungen auswählen, Kriterien zuerst lesen
- Unterlagen und Nachweise griffbereit halten
- Personal für den Start sicherstellen, bevor Sie bieten
- Wachstum vor allem über eigene Objektanfragen planen
Wenn Sie wissen möchten, wie viele Objektanfragen in Ihrer Region ohne Ausschreibung möglich sind, sprechen wir gern mit Ihnen darüber.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von unserem Team der Fiedler-Performance GmbH erstellt, das sich auf Mitarbeitergewinnung für Gebäudereinigungen spezialisiert hat. Ziel ist es, Inhabern praxisnahe Orientierung zu geben, damit Personalaufbau planbar wird.
Über diesen Ratgeber
Wir informieren Sie hier über wichtige Themen für Gebäudereinigungen. Dazu gehören die Personalgewinnung und -bindung, die Neukundenakquise, die passende Software sowie die Gestaltung des perfekten Online-Auftritts für eine Reinigungsfirma.